Bikepacking – Meine Ausrüstung fürs Microabenteuer

Das Wort Bikepacking ist eine Abwandlung des bekannten Backpacking, oder wie man auf Deutsch sagen würde, des Rucksacktourismus. Während man beim Backpacking seine gesamte Ausrüstung möglichst in einem großen Rucksack auf dem Rücken packt, verstaut man beim Bikepacking seine Ausrüstung wie Schlafsack, Isomatte, Zelt und Bekleidung in Taschen der mann am Fahrrad befestigt.

Grundsätzlich kann man mit jedem Art Fahrrad auf einer Bikepacking Tour starten. Da man auf langen Distanzen oft nicht weiß wie der Untergrund aussieht, empfiehlt es sich hier auf geländegängige und robuste Fahrrad zurücktypen.

In meinem Fall stellt sich mein Canyon Exceed das Gefährt meiner Wahl dar. Alle Taschen eignen sich aber auch an einem Rennrad oder Gravelbike.

Die Taschen beim Bikepacking

Seit meiner Jugend hat sich einiges in Sachen Fahrradtaschen getan. Die Zeiten von klobigen Kühltaschen und schweren Taschen für die Gepäckträger sind vorüber. Diese Modelle kommen höchstens noch bei Sonntagsradlern ans Rad. Wer sportlicher unterwegs sein wird und auch mal bei Wind und Wetter auf dem Rad sitzt, der braucht entsprechendes Material. Aktuelle Bikepacking Taschen sollten unter anderem Anforderungen erfüllen:

  • wasserabweisendes oder bessere wasserdichtes Obermaterial
  • robuste Materialien
  • leichtes Eigengewicht
  • umweltfreundliche Materialien

Auf dem Thema Umweltfreundlichkeit habe ich bei der Wahl meine Taschen und wo immer möglich auch beim Rest der Ausrüstung großen Wert gelegt. Bikepacking oder Backpacking sind Aktivitäten in und mit der Natur, darum soll es selbstverständlich sein, diese Natur möglichst wenig überhaupt nicht zu schaden. Das fängt bei der Wahl der begaben Wege und Trails an und auch die Wahl der Materialien der Ausrüstung.

VAUDE macht hier Vieles sehr richtig. Mit ihrem Green Shape Label bietet VAUDE funktionelle Produkte aus nachhaltigen Materialen und unter fairen Arbeitsbedingungen.

VAUDE legt außerdem Wert darauf ihre Produkte möglichst frei von PFC zu produzieren und setzt auf PET Recycling. Das Konzept passt auch wunderbar zu der Green-Outdoor.de

Abhängig von der Rahmengeometrie des Fahrrades gibt es folgentaschenarten.

Lenker-Pack – Bikepacking-Lenkertasche

Beim Bikepacking hat sich ganz offensichtlich die Lenkerrolle als Formfaktor. Schaut man sich unter den vorn (und erprobten) Modellen der verschiedenen Hersteller um, wird das recht schnell klar.

Die Lenkerrolle trägt nach der Rahmentasche in der Regel das größte Gewicht. Bis zu 5 Kilo sollte kein Problem sein. Zwar verändert sich das Lenkverhalten deines Bikes etwas, du gewinnst aber dafür durch das zusätzliche Gewicht etwas an Grip am Vorderrad.

Für meine geplanten Bikepacking Touren sieht mein Lenkerrollen-Setup wie folgt aus:

Gesamtgewicht des Inhalts: ca. 3,5 kg

Die Lenkerrolle trägt auch alles war in Richtung "Unterkunft und schlafen" ging. Was aktuell noch fehlt ist eine Unterlage für die Isomatte. Als robuste Unterlage hat sich schon zu meiner Bundeswehrzeit die BW "Elefantenhaut" bewährt. Diese ist zwar schwer und hat ein relativ großes Packmaß, ist aber schnell unzerstörbar.

Wer sich das Gewicht des Zeltes sparen will, für den bietet ein Biwacksack grundsätzlich ausreichend Wetterschutz für eine Übernachtung in einer Schutzhütte auf einem der vielen Wanderwege in der Gegend oder unterm Tarp.

Zubehör-Pack – Außentasche für die Lenkerrolle

Mein Accessory-Pack ist ein einfacher Drybag den ich mittels Riemen an der Lenkerrolle befestige. Hier packe meinen Tarp inklusive Heringe und Befestigungsschnüre hinein. Der Drybag dient mir dann auch als Kopfkissen, denn ein wenig Komfort will ich dann doch gerne. Der Transportsack des Tarps bleibt dann zuhause um Gewicht zu sparen.

Ist das 1 Mann Zelt mit einem Brett, kann man sich das Tarp sparen grundsätzlich oder nutzt es als Erweiterung des Zeltes für schlechtes Wetter oder als Schutz für das Rad bei Regen.

Gesamtgewicht des Inhalts: 0,8 kg

Seat-Pack – Bikepacking-Satteltasche

In der so"-"Arschrakete" kommt die Ausrüstung mit dem wenigsten Gewicht. In meinem Herbst die Bekleidung für das Lager und die Wetterschutzbekleidung. Mein Trailsaddle von VAUDE* fasst gut 12 Liter und kann zum Packen und den besseren Zugriff aus dem Montagekäfig genommen werden.

  • Trikot langarm von Decathlon
  • Baselayer von Craft zum Wechseln
  • Unterwäsche zum Schlafen
  • Ersatzsocken bei Touren die länger als zwei Tage gehen.
  • Erste Hilfe Set
  • Hygieneartikel (Zahnbürste, Zahnpasta, Seife, Kontaktlinsen)
  • Regenschutzhose
  • Regenjacke
  • Armlinge / Beinlinge

Frame-Pack – Bikepacking-Rahmentasche

In dem Framebag packt man die schweren Sachen, oftmals ist das das das Werkzeug, Ersatzteile, das Kochgeschirr, Verpflegung oder auch eine Trinkblase. Durch die Position der Rahmentasche beeinflusst das Gewicht des Fahrverhaltens des Rades am wenigstens. Mein VAUDE Trailframe* fasst 8 Liter und lässt sich vorne und an der Seite öffnen. Hier in der Gegend gibt es eine Mange Bäcker entlang der Weitwanderwege, sodass ich mich dort verpflegen kann. Wirklich weit ab vom Schuss ist man hier ja nie.

  • Kochgeschirr plus Gaskartusche und Brenner
  • Luftpumpe
  • Multitool
  • Kettenöl
  • Lappen
  • Kabelbinder
  • Ersatzschlauch und Flickzeug

Für längere Touren bietet es sich an so Dinge wie ein Kettenschloss oder ein Schaltauge mitzunehmen. Generell ist es immer auch ein wenig Einstellungssache wie viele Ersatzteile man den mitschleppen will. Da meine Touren etwas kürzer (Overnighter oder 2-4 Tagestouren) sein und besiedelt in besiedelt in dem Gebiet em werden, nehme ich hier nicht mehr mit wenn ich mal ein Tag auf dem Rad verbringen wird.

Oberrohr Tasche – Cockpittasche

In diesen meiste recht kleine Taschen packt man all das rein, was man während der Fahrt schnell im Zugriff haben will. Egal ob Energieriegel, Handy oder Powerbank und Geld, hier hat man alles dann parat wenn man es braucht.

Alternativ kann man auch einen kleinen Rucksack nutzen um dort seine Verpflegung und Flüssigkeit. Mir als Trail Runner und Ultraläufer sind Rucksäcke sehr vertraut und stören mich kaum.

Meine Ausrüstung ist mit Sicherheit nicht "high class", aber wohl ein ganz guter Kompromiss aus Gewicht, Preis und Nachhaltigkeit. Es wird sich hier bestimmt noch das eine oder andere Ausrüstungsstück verändern, Optimierungsmöglichkeiten gibt es ja zur Genüge.

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