Merinowolle

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Die von den Merinoschafen stammenden Merinowolle hat einige hervorragende Eigenschaften, die sie auch für die Sportartikleindustrie sehr interessant machen. Merino ist eine sehr feine Wolle die von den meisten Menschen als sehr angenehm auf der Haut wahrgenommen wird und nicht kratzt.

Natürliches Klimamanagement und Atmungsaktivität der Merinowolle

Die Oberfläche der Merinofasern stößt zwar Wasser ab (hydrophobisch = feuchtigkeitsabweisend) und fühlt sich somit immer trocken an, in ihrem Inneren können Merinofasern allerdings bis zu 35 Prozent ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen (hygroskopisch = feuchtigkeitsaufnehmend). So kann Merinowolle eine relativ große Menge an Schweiß vom Körper wegleiten und aufnehmen, ohne sich dabei nass oder feucht anzufühlen.

Natürliche Geruchsneutralität

Ein weiter Vorteil von Bekleidung aus Merinowolle ist, dass sie auch nach mehrmaligem Tragen und hoher Belastung geruchsneutral bleibt. Der Grund hierfür ist das Wollfett Lanolin das auch nach der Verarbeitung der Wolle in der Faser erhalten bleibt. Dieses Wollfett wirkt auch natürliche Weise antibakteriell und schafft ein für Bakterien ungemütliches Mikroklima. Perfekt für Outdoorbekleidung und besonders auf Mehrtagestouren.

Kühlt dich im Sommer und wärmt im Winter

Durch ihre gekräuselte Struktur kann die Merinofaser bis zu 85% Luft (bezogen auch ihr Gesamtvolumen) enthalten und isoliert so nahezu perfekt.

Bei kalten Temperaturen wird dieses Luftpolster durch die Körpertemperatur aufgewärmt. Luft ist bekanntlich ein schlechter Wärmeleiter und so verbleibt die Wärme in Zwischenräumen der Faser. Beim altbekannten Zwiebelprinzip funktioniert das im Übrigen genauso, die Luft zwischen den Bekleidungschichten wird erwärmt und isoliert so den Körper gegen die kalte Außenluft.

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Bei Feuchtigkeit findet ein exothermischer Prozess statt, auch Absorptionswärme genannt. Es wird Energie freigesetzt, was nichts anderes als Wärme bedeutet. Je nach Qualität der Faser und Feuchtigkeitsgrad kann die Temperatursteigerung bis zu 10°Grad Celsius betragen.

Bei warmen Temperaturen nehmen die hygroskopischen Wollfasern den Schweiß auf und leiten sie so vom Körper weg. Durch die Sonnenstrahlung und Wärme verdunstet die in der wolle eingelagerte Feuchtigkeit und erzeugt so die gewünschte Verdunstungskälte.

Natürlich pflegeleicht

Merinowolle hat dank ihrer Faserstruktur eine Selbstreinigungsfunktion und zieht Schmutz nicht an. Dadurch müssen Produkte aus dieser smarten Wolle seltener gereinigt werden und tragen sich dadurch auch nicht so schnell ab.

Natürlicher Lichtschutzfaktor

Die Wolle der Merinoschafe hat einen natürlichen Lichtschutzfaktor von etwa 40+. Ein Langarmshirt schützt also im Sommer nicht nur vor Überhitzung, sondern bietet auch noch einen verträglichen Sonnenschutz. Diese Eigenschaft macht die Wolle auch im Sommer zu einem idealen Stoff für Outdoorbekleidung, auch wenn man das bei Wolle nicht direkt auf dem Schirm hat.

Nicht unumstritten, Mulesing

Auch wenn Merinowolle ein nachhaltiger, nachwachsender Rohstoff ist, ist seine Gewinnung nicht unumstritten. Als Mulesing wird das Verfahren bezeichnet, bei dem Schafen ohne Schmerzausschaltung die After-Schwanz-Falte chirurgisch entfernt wird. Dies ist nötig um den Befall der Tiere mit der Fliegenart Lucilia cuprina zu reduzieren.

Mittlerweile achten viele Hersteller von Merinowolle darauf, dass sie ohne Mulesing gewonnen wird und lassen sich entsprechend zertifizieren. In Neuseeland ist Mulesing seit dem 01. Oktober 2018 offiziell verboten und die Wolle der Schafe wir mit dem freiwilligen Qualitätssiegel Zque der New Zealand Merino Company gekennzeichnet.

Auf wollemitpo.vier-pfoten.de wird eine Liste mit 100 Marken geführt, die sich gegen Mulesing ausgesprochen haben und darauf verzichten oder schrittweise verzichten werden.

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